Infos zur Pflege

Pflegetelefon des Landes

Fragen rund um das Thema Pflege, von kurzfristigen Pflegemöglichkeiten über Pflegemodelle bis hin zu Ausbildung oder Weiterbildung, können an das „Pflegetelefon“ des Landes gestellt werden. Das „Pflegetelefon“ steht ab Freitag, 1. Juli 2022, werktags von 8 bis 12 Uhr zur Verfügung und ist unter der Telefonnummer 0800 400 160 erreichbar.

Pflegegeld:

Wer pflegebedürftig ist, hat einen Rechtsanspruch auf Pflegegeld. Die Höhe hängt vom nötigen Pflegeaufwand ab. Für den Bezug muss ein monatlicher Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden bestehen. Der Pflegeaufwand wird bei einer ärztlichen Untersuchung festgestellt.

Das Pflegegeld gibt es in 7 Stufen. Bei der ärztlichen Untersuchung wird darauf geachtet, wie viel Hilfe der oder die Betroffene für alltägliche Tätigkeiten wie Körperpflege, An- und Ausziehen, Zubereitung von Mahlzeiten, Kochen oder Putzen benötigt.

Das monatliche Pflegegeld wird je nach monatlich notwendigen Pflegestunden in einer von insgesamt 7 Stufen festgelegt. Ab 1. Jänner 2020 wird das Pflegegeld jährlich valorisiert, das heißt wie die Pensionen erhöht. Damit geht ging eine langjährige Seniorenbund Forderung in Erfüllung.

Pflegestufe

notwendige
Pflegestunden
pro Monat

weitere Voraussetzung

Pflegegeld
in Euro ab 1.1.2022

1

über 65 Stunden

 

165,40

2

über 95 Stunden

 

305,00

3

über 120 Stunden

 

475,20

4

über 160 Stunden

 

712,70

5

über 180 Stunden

außergewöhnlicher Pflegeaufwand

968,10

6

über 180 Stunden

Tag- und Nachtbetreuung nötig

1.351,80

7

über 180 Stunden

keine zielgerichteten Bewegungen möglich

1.776,50

Das Pflegegeld wird 12 x jährlich ausbezahlt. Davon werden weder Lohnsteuer noch Krankenversicherungsbeiträge abgezogen.


Pflegereform ist auf Schiene

Am Tag der Pflege, dem 12. Mai 2022, wurde von der Regierung ein umfassendes Reformpaket zur Pflege präsentiert. Dieses Paket umfasst insgesamt über 20 Maßnahmen mit einem Volumen von einer Milliarde Euro für den Pflegeberuf, die Ausbildung sowie für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige. Zahlreiche Vorschläge des Seniorenbundes sind dabei mit eingeflossen. So erhält jede Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in den kommenden 2 Jahren einen Gehaltsbonus und auch die Pflegelehre kommt. Auch der Rechtsanspruch auf Pflegekarenz wird bei Betriebsvereinbarung und Kollektivvertrag erweitert. Alle beschäftigten Pflegekräfte erhalten zudem ab dem 43. Geburtstag eine zusätzliche Entlastungswoche (Urlaubswoche), unabhängig davon, wie lange sie schon im Betrieb arbeiten. Wichtig war es dem Seniorenbund, dass es Verbesserungen in der Ausbildung gibt. So wird in ganz Österreich die Pflegelehre umgesetzt. Diese wird vier oder drei Jahre dauern und mit einem Lehrabschluss als Pflegefachassistenz bzw. Pflegeassistenz enden. Auch das Pflegestipendium wird angepasst. Für Menschen mit schweren und psychischen Behinderungen und Demenz gibt es eine Erhöhung des Pflegegeldes und für ausländische Pflegekräfte gibt es Erleichterungen. In den Pflegeberufen kommt es auch zu Kompetenzerweiterungen für die Pflegeassistenz bzw. Pflegefachassistenz. Ab der Pflegestufe 4 erhalten selbst- oder weiterversicherte Angehörige eine jährliche Pflegegeld-Sonderzuwendung von € 1.500, – ab dem Jahr 2023. Das gilt für die Person, die den größten Teil der Pflege zuhause leistet.

Übersicht der 20 Maßnahmen:

1. Bundeszuschlag für Beschäftigte
2. Entlastungswoche Pflege
3. Nachtschwerarbeit
4. Erleichterung für ausländische Pflegekräfte
5. Ausbildungsfonds
6. Pflegestipendium
7. Entfristung Pflegeassistenz
8. Kompetenzerweiterung
9. Lehre für Assistenzberufe in der Pflege
10. Überführung der Schulversuche ins Regelschulwesen
11. Erleichterung bei Nostrifikation (Anerkennung erworbener Ausbildungen im Ausland)
12. Durchlässigkeit erhöhen
13. Pflegekarenzgeld
14. Zuwendungen für die Ersatzpflege
15. Pflegekurse für pflegende Angehörige
16. Ausweitung des Angehörigengesprächs
17. Entfall der Anrechnung der erhöhten Familienbeihilfe auf das Pflegegeld
18. Erschwerniszulage
19. Angehörigenbonus
20. Förderung der 24h- Betretung